Erfahrungen nach 18 Monaten auf Mintos

P2P Kredite als Tagesgeldersatz oder doch nur nette Portfolioergänzung?

Auf Mintos, einer P2P-Plattform, lassen sich ohne Probleme 12% p.a. Rendite erzielen. Da diese Anlageform wahrscheinlich den meisten nicht geläufig ist, erkläre ich kurz das Geschäftsmodell:

Ein Kreditnehmer leiht sich Geld bei einer bankenähnlichen Institution/Kreditgeber. Dies können Immobiliendarlehen, Autokredite, Agrarkredite, Konsumkredite etc. sein. Die bankenähnliche Institution bietet die gewährten Kredite auf einer P2P-Plattform an, auf welcher Privatpersonen Teile eines Kredits „kaufen“ können und somit Anspruch auf die Zinsen, die der Kreditnehmer zahlen muss, haben. 😉

Mittlerweile gibt es unzählige solcher Plattformen – die größten sind Mintos, Bondora und Estateguru. Habe mich zu Beginn für Mintos, Bondora, Fast Invest und Robocash entschieden. Die letzten drei Accounts habe ich jedoch geschlossen und treibe mich somit nur noch auf Mintos rum.

Die Anlageklasse der P2P-Kredite ist mitunter sehr riskant, da sie noch sehr jung ist und noch keinen wirklichen Wirtschaftsabschwung erlebt hat. Deswegen können die Folgen bei außerordentlich vielen Kreditausfällen nicht eingeschätzt werden.

 

 

Auf Mintos muss man sich als Investor auf die „Rückkaufgarantie“ verlassen, welche einen sofortigen Rückkauf der Kreditanteile verspricht, sobald der Kredit in Verzug ist – ergo die Tilgungen/Zinsen vom Kreditnehmer nicht beglichen werden können. Wie sich diese „Garantie“ in Krisenzeiten bewährt, weiß noch keiner. 😉

Bin mit meinen Einnahmen auf Mintos sehr zufrieden, zudem sie regelmäßig und planbar auf meinem Account eintrudeln. In 2019 konnte ich sogar meine KFZ-Versicherung vollständig durch die Zinseinnahmen finanzieren. Die neu eingestellten (also kaufbaren) Kredite schwanken bei den zu erzielenden Zinsen, jedoch immer im Bereich von 10-13%. Bisher hat die Rückkaufgarantie bei mir in allen Fällen gewirkt und musste entsprechend (noch?) keinerlei Verluste hinnehmen. Werde auch weiterhin mein Geld auf Mintos belassen, jedoch keine neuen Einzahlungen tätigen. Habe dort sowieso nur Kapital untergebracht, welches ich mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten 2-3 Jahren abheben/brauchen werde. Rechne also nicht langfristig mit Mintos und nutze dort auch nicht den Zinseszins.

 

 

Am Ende des Jahres 2019 gab es ein paar Kreditgeber, welche in Zahlungsschwierigkeiten kamen und es dementsprechend nicht sicher war, ob man sein Geld zurückbekommt. Mintos hat (soweit bekannt) Maßnahmen eingeleitet und die kritischen Kreditgeber vom P2P-Marktplatz ausgeschlossen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass man auf diesem Gebiet vorsichtig sein sollte. Es gilt: nur das Geld benutzen, auf welches man nicht angewiesen ist und nicht mehr als 10% seines Gesamtportfolios in die Anlageklasse P2P stecken. Bei breiter Diversifikation ist es allenfalls eine nette Portfolioergänzung.

Auf Anfrage stelle ich gerne meinen Empfehlungs/Affiliate-Link zur Verfügung, mit welchem du 1% Cashback auf getätigte Investitionen erhältst. 🙂

 

Steuer ist verlorenes Geld?

Sind Steuern wirklich so schlecht, wie alle behaupten? Eine andere Meinung zu den unfreiwilligen Abgaben

Alleine beim Ausspruch des Wortes „Steuern“ läuft es manchen schon kalt den Rücken runter. Doch ist die unfreiwillige Abgabe wirklich so feindlich, wie man immer hört?

Es liegt in der Natur des Deutschen, dass er sich zu jeder Zeit über alles und jeden aufregt und sich mit alles und jedem vergleicht. In seiner Not macht er sich sein Leben unnötig schwer und denkt keine Sekunde seines Daseins daran, sich über die positiven Dinge zu freuen und einfach mal dankbar zu sein.

So ist es auch bei den Steuern: sie gelten als erzwungene Enteignung des/r Privatmannes/frau. Für jede noch so kleine Einnahme will der Fiskus seinen Anteil und ergaunert sich so den letzten Groschen aus der Tasche des Bürgers. Hier bleibt auch der Investor nicht verschont und muss schön die Abgeltungssteuer auf erzielte Aktiengewinne (+Finanztransaktionssteuer?!) an das Finanzamt abführen. Es kommt gefühlt jeden Monat eine neue Steuer mit einem noch abgefahreneren Namen hinzu. Und für was das Ganze? Beamte, Steuerverschwendungen (BER, Stuttgart 21, Maut… um nur ein paar zu nennen) und natürlich die „Neuen“, die einem obendrein noch den Job wegnehmen (oder ist das schon sowas von 2018?).

Man muss selbstverständlich klarstellen, dass es in der Vergangenheit viele Fehlentscheidungen gab, gibt, und auch in Zukunft geben wird. Dies ist aber ein Phänomen, welches keinem Land der Erde erspart bleibt. In dem einen mehr, in dem anderen weniger. Entscheidungen für wichtige zukünftige Themen kommen auf Bundesebene zu spät und man „verschläft“ teilweise den Wandel – auch das ist berechtigte Kritik. Insgesamt traue ich mich aber zu sagen, dass wir in Deutschland mit unserer Situation glücklich sein können. Man muss sich nur mal kurz ins Gedächtnis rufen, was durch Steuern ermöglicht wird: Öffentliche Einrichtungen, Bildungssystem, öffentliche Sicherheit, Verwaltung, Schutz vor Außeneinfluss, Unterstützung der Armen, Kranken, Benachteiligten und Arbeitslosen, Straßen/Autobahnen, Subventionen, die gesamte Infrastruktur und vieles, vieles mehr… kurz gesagt: der Staat stellt uns eine Lebensgrundlage zur Verfügung.

 

 

Hier gibt es natürlich teils große regionale Unterschiede – es wird das Gesamtpaket betrachtet. Man muss diese Sachen auch in den internationalen Vergleich stellen. Wie oft hat man sich schon im Urlaub gedacht: ich bin froh, dass XY in Deutschland gut geregelt ist. Man muss sich deswegen keine Sorgen über YZ machen.

Angesichts der präsenten, scheinbar negativen Auswirkungen von Steuern auf unsere geldtechnischen Möglichkeiten sollen wir aber zumindest auch mal kurz daran denken, was uns und unseren Mitmenschen dadurch ermöglicht/erspart wird/bleibt. Seht es als Dienst an der/n Gesellschaft/Mitmenschen. Vielleicht entwickelt der ein oder andere einen neuen Blick auf das Ganze. Einfach mal dankbar sein – eine Abwehrhaltung senkt die Steuern ohnehin nicht und bringt nur unnötig schlechte Laune.

 

Was ich 2019 an der Börse gelernt habe

Aus Fehlern lernen, um die eigene langfristige Strategie bestmöglich anzupassen

2019 war mein erstes ganzes Jahr auf dem Finanzmarkt. Wie meine Rendite am Ende aussah, habe ich bereits in einem Performance-Beitrag geteilt.

Man kann demnach also ziemlich zufrieden mit dem abgeschlossenen Jahr sein – was ich natürlich auch bin. Man kann in dem Beitrag aber auch erkennen, dass es nicht immer nur in eine Richtung ging.

Habe im Oktober 2018 mit den ersten ETF-Sparplänen und im April 2019 mit Einzelaktien begonnen.

Den Sparplänen blieb ich seitdem immer treu und habe nur manchmal die Summen umverteilt. Die Anzahl der zu besparenden ETFs hat sich dabei von ca. 15 auf 4 verringert. Das war der Tatsache geschuldet, dass onVista im Jahresverlauf Gebühren von 1€ pro Sparplanausführung eingeführt hat. Nachdem ich jetzt die monatlichen Summen konzentriert habe, ist für mich onVista weiterhin um Welten der günstigste Broker. Die Sparsumme wird per Dauerauftrag aufs Depot überwiesen und von dort wird per automatischem Sparplan investiert. Habe also keinerlei Aufwand.

Im Frühjahr wollte ich mich dann an Einzelaktien heran trauen und verschlang täglich viele Börsennachrichten. Aus dieser Lust heraus begann ich mir ein paar Aktien ins Depot zu legen, ohne eine wirkliche Strategie zu haben. Hatte mir auch keinerlei Ausstiegszeitpunkte festgelegt. In diesem Wahn verkaufte und kaufte ich Aktien, hatte mal Verluste, mal Gewinn. Letztendlich haben die Transaktionsgebühren jeglichen Gewinn verpuffen lassen. Seit einem halben Jahr habe ich mich nun auf eine Hand voll Einzelaktien festgelegt, welche ich einmalig eingekauft habe. Werde diese auch in Zukunft nicht mehr nachkaufen. Einzelaktien sind in jedem Falle spekulativ und sollen mit Sorgfalt ausgewählt werden, falls man sie denn langfristig halten möchte – gemäß dem Motto: weniger ist mehr. Dividendentitel waren und sind für mich nach wie vor keine Option.

 

 

Fazit: Emotionen kosten Geld! Meiner Meinung nach muss jeder seine Erfahrungen machen und auch Lehrgeld bezahlen, wenn man sich auf diesem Gebiet bewegt. Wichtig ist, dass man aus den Fehlern lernt und seine Strategie gegebenenfalls anpasst. Wenn man mit den Titeln im Depot nachts gut schlafen kann und man den Tag auch ohne Kurs-Check überlebt, dann hat man alles richtig gemacht. Es gibt nichts schlimmeres, wie wenn man die ganze Zeit seine Käufe und Verkäufe in Frage stellt. Das nagt nämlich immens an der Lebensqualität. Am besten ist es, wenn man sich überhaupt nicht mit dem Tagesgeschäft auseinandersetzt und maximal einmal pro Monat ins Depot schaut.

 

 

Wenn man sich nämlich emotional unter Kontrolle hat, dann kommen die Gewinne von ganz alleine. So ist es auch bei Börsennachrichten: jegliche Meldungen und Börsenpornografie meiden! Einfach ignorieren, denn du bist selbst dein bester Lehrer.

Wenn ich bedenke, wo ich mit meinem Wissen und den Erfahrungen vor einem Jahr stand, so bin ich überaus zufrieden mit meinem 2019. Dieses Jahr wird sich mit Sicherheit auch auf die zukünftigen Jahre positiv auswirken.

Das kostet dich ein Finanzberater wirklich

Die meisten Berater wollen dir teure Produkte aufschwätzen, welche nicht zu deiner persönlichen Situation passen.

Gerade wenn man noch am Anfang des Finanzdschungels steht, sind oftmals Berater die erste Anlaufstelle. Man erwartet einen kompetenten Ansprechpartner, welchem man seine finanzielle Situation anvertraut, um die bestmögliche individuelle Lösung aufgezeigt zu bekommen. Besonders junge Leute fühlen sich oft überrumpelt und sind im ersten Moment froh über die angebotene Leistung.

Man darf sich aber nicht in die Irre führen lassen, denn diese Berater wollen am Abend natürlich auch mit einer Bezahlung nach Hause gehen. Wenn man die Beratung dann zusätzlich „kostenlos“ in Anspruch nimmt, sollte man sich schon zweimal Gedanken machen, wer diese Zeit gerecht entschädigt. Richtig gedacht: es bist in jedem Fall Du!

 

 

Die meisten Berater arbeiten als selbstständige Handelsvertreter und wollen dir irgendwelche teuren Produkte aufschwätzen, welche mit Sicherheit nicht auf deine individuelle Situation abgestimmt sind. Sie haben dabei ein leichtes Spiel, wenn der Informierende in dieser Materie kein Vorwissen mitbringt.

Kleiner Gedankenanstoß: Der Berater will im Normalfall möglichst viel für sich rausholen. Dementsprechend wird er dir Produkte anvertrauen, bei welchen eine möglichst hohe Provision für ihn raus springt. Und welche Art von Produkte haben die meiste Provision? Richtig, solche die in der Vergangenheit schlecht gelaufen sind, keine Abnehmer haben und in der Folge neue Kunden mit hohen Provisionen angelockt werden müssen.Die Berater lenken die Gespräche dafür gezielt auf einzelne Angebote hin.

 

 

Was lernen wir daraus? Beschäftige dich selber mit dem Thema! Auch wenn du anschließend trotzdem zu einem Berater gehst, kannst du immerhin die Produkte und deren laufende Kosten einschätzen und gegebenenfalls vergleichen.

Am besten wäre es jedoch, wenn du dich selbst um deine Finanzen kümmerst und dir eigenständig Produkte suchst, die für deine persönliche Situation passen. Das Internet und viele Bücher liefern dir hierfür die nötigen Informationen! Man muss zu Beginn lediglich eine gewisse Zeit investieren – es wird sich auf lange Sicht jedoch doppelt und dreifach lohnen.