Seit 26 Monaten an der Börse – 5 Learnings

Vor rund 26 Monaten habe ich das erste Geld auf dem Aktienmarkt investiert. Schnell ist diese Zeit vergangen, doch meine Einstellung zum Investieren hat sich stark geändert und auch gefestigt. Mit diesem Artikel möchte ich ein paar zentrale Learnings weitergeben, über welche ich während dieser Zeit gestolpert bin.

 

#1: JETZT mit dem Investieren beginnen!

Oft redet man sich ein, dass man ruhig noch ein Jahr oder ein paar Monate warten könne und dass gerade die Umstände nicht passen würden. Wegen solchen Gedanken steht man sich selbst im Weg. Langfristig steigt der Gesamtmarkt immer und somit entgeht dir theoretisch jeden Tag, den du noch länger wartest, bares Geld. Wenn du vorhast, wirklich langfristig über 20 oder 30 Jahre Geld anzulegen, dann bereust du am Ende dieser Zeit jedes Jahr, das du noch gewartet hast. Zeit ist einer der bedeutendsten Faktoren bei der Geldanlage – und das beste daran: jedem von uns steht es zur freien Verfügung – vergeude sie nicht!

 

#2: Möglichst wenige Entscheidungen treffen

Zu viele Optionen durchzudenken ist wahres Gift. Konzentriere dich auf ein paar Kernfragen, die du dir stellen musst, wenn du mit dem Investieren beginnst. Bin ich langfristig oder kurzfristig orientiert? Wann möchte ich das Geld entnehmen? Welches Risiko will ich eingehen? Welche Volatilität kann ich verkraften?

Dies sind ein paar Grundsatzfragen, nach welchen du anschließend dein Depot füllen musst. Lege dir nicht zu viele Titel ins Depot, da du dadurch immer zum Handeln angespornt wirst. Lege dich auf wenige Titel bzw. wenige ETFs fest und ziehe diese Strategie durch. Am besten investierst du anschließend mit sehr günstigen Sparplänen, bei welchen du automatisiert investiert und keinerlei Gedanken darüber verlieren musst, wann der beste Zeitpunkt wäre. Wir Menschen haben ein Händchen dafür, zu den schlechtesten Zeitpunkten zu kaufen oder zu verkaufen. Versuche nicht, dir irgendwelche Szenarien auszumalen, da es sowieso anders kommt als du jetzt denkst. Behalte dir nicht zu viel Geld für mögliche Krisen bereit, denn so verschenkst du Rendite, die du bereits heute machen könntest.

 

#3: Nicht auf andere hören

Es ist wichtig, dass du deine eigene Strategie fährst und niemals auf Empfehlung deine Käufe tätigst. Zu Beginn solltest du dir natürlich Rat einholen, damit der Start leichter gelingt und du keine größeren Fehler machst. Informiere dich, denke selbst darüber nach und entscheide anschließend, ob ein Investment zu deiner Strategie passt oder nicht. Du bist selbst für dein Geld verantwortlich und kannst auch niemand anderen dafür belangen, wenn es weniger wird. Durchdenke Trends und wäge ab, ob es für dich ein Zukunftsthema ist. Kopiere nicht die Strategie von anderen, vielleicht erfolgreichen Investoren, ohne selbst darüber nachgedacht zu haben.

 

#4: Nur langfristig investieren

Die kurzfristigen Entwicklungen kann niemand vorhersehen, da sie sogar von Entscheidungen einzelner Personen abhängen können oder eine Krise einen verheerenden Schaden in deinem Depot anrichten kann. Kurzfristig ist alles von deinem Glück abhängig – du kannst deinen Gewinn in keinerlei Weise steuern. Beim langfristigen Investieren hingegen kann es dir egal sein, ob und wie oft eine Krise kommt. Die tiefen Kurse kannst du nutzen, um deinen Durchschnittspreis zu senken.

 

#5: Nicht verkaufen

Wenn du eine Aktie oder einen ETF aus eigener Überzeugung gewählt hast, solltest du eigentlich nur selten an den Punkt kommen, dass du etwas verkaufen möchtest. Dass sich ein Titel nicht so entwickelt wie du es gerne möchtest, ist in vielen Fällen nur von der Zeit abhängig. Ich habe nun schon die Erfahrung gemacht, dass sich ein Wertpapier beispielsweise ein ganzes Jahr gleichbleibend oder gar negativ entwickelt und anschließend in nur vier Wochen 100% macht. In den meisten Fällen liegt es also nur an deiner Geduld, ob du mit dem einen Wertpapier Gewinn machst oder nicht. Wenn du wirklich an das Unternehmen oder den ETF glaubst, dann solltest du treu bleiben und nicht kurzerhand umdisponieren. Möchte man verkaufen, dann wählt man in den meisten Fällen wahrscheinlich dich schlechten Performer. Genau das kann dir bei z.B. zyklischen Aktien aber zum Verhängnis werden. Demnach solltest du besser die Gewinne bei guten Performern mitnehmen, um im Gegenzug bei derzeit schwachen Unternehmen einsteigen zu können.

 

Das sind die fünf wichtigsten Gedanken, die ich einem Neuanfänger ans Herz legen würde. Ich freue mich schon auf die nächsten Jahre, in denen ich gemäß meinen Erfahrungen handeln und meine Strategie durchziehen kann.

Was sind deine Learnings? Teile sie gerne mit uns unten in den Kommentaren 😉

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert