Moral beim Geld verdienen

Geld verdienen um jeden Preis?

Das liebe Geld wird immer eine Rolle spielen – bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Die einen profilieren sich durch ein großes Vermögen und befinden sich sogar in einer Sucht nach ständigen Gehaltssteigerungen. Die anderen stört es nicht, grad so über die Runden zu kommen und setzen stattdessen deren Prioritäten woanders.

Egal, welchen Ansatz man verfolgt (bzw. wie „geil“ man auf Geld ist) – man sollte mit seinem Gewissen immer im Reinen sein und sich vergewissern, dass es nicht auf Lasten anderer geschieht.

 

 

Grund für diesen Artikel ist ein kürzliches Gespräch mit einem Honorarberater. Er berät Kollegen und Freunde bei deren Geldanlage und kassiert im Gegenzug eine saftige Provision bei erfolgreicher Beratung. Soweit so gut: doch für welche Themen berät er? Überspitzt gesagt: er erzählt den Mandanten, was ein Zinseszinseffekt ist und gibt Ratschläge für die richtigen ETFs je nach Risikoaffinität. Ehrlich? Und damit seinen Lebensunterhalt (und darüber hinaus…) finanzieren? Jeder, der sich 3 kurze Videos von Finanzfluss zu diesen Themen ansieht, ist auf demselben Wissensstand wie nach einer solchen Beratung.

Nun aber noch zu den klassischen Provisionsberatern: wie bereits in einem anderen Artikel erwähnt, verkaufen diese neben der Beratung vor allem Finanzprodukte auf Provisionsbasis. Und hier beginnt der Spaß erst recht: wobei bei der oben genannten Honorarberatung noch auf günstige passive Investmentfonds verwiesen wird, stehen bei den Provisionsberatern die teuren, aktiv gemanagten Fonds im Fokus. Man verkauft also, obwohl man als hoffentlich kompetenter Berater eigentlich die Fakten und langfristigen Unterschiede kennen sollte, die teuren und provisionslastigen Produkte an nahestehende Freunde und Kollegen. So etwas nenne ich eine mit gutem Gewissen betriebene Abzocke.

Was ich letztlich damit sagen will: Geld ist wichtig und man benötigt es um leben zu können, aber sobald man die persönliche Gier über das Ergehen eines unwissenden Bekannten stellt, hört sich der Spaß auf. Solche Leute haben nach ein paar Jahren vielleicht ein gut gefülltes Bankkonto, aber die Moral und die ehemaligen Freunde und Bekannten sind irgendwo auf der Strecke geblieben.

 

 

Ähnlich sehe ich das auch bei vielen Blogs im Internet. Oft wird einfach nur eine eigene Webseite erstellt, um bei 3 Aufrufen pro Tag direkt das Affiliate-Programm anlaufen zu lassen. Auch in meiner Facebook-Gruppe für Frugalisten findet man jeden Tag zahlreiche Beiträge zur Genehmigung, die bei genauerer Betrachtung alle nur das eine Ziel haben: Selbstbereicherung. Ohne Rücksicht auf die wirklichen Interessen der Community und ohne jeden Skrupel wird mit jeder möglichen Taktik versucht, das mit viel Fleiß von anderen Leuten Geschaffene auszunutzen, um für sich selbst Profit daraus zu schlagen – unbegrenzter Egoismus, soweit das Auge reicht.

 

Autor: Jonas Rosenberger

Jonas Rosenberger ist 2000 in Passau geboren. Er besuchte das Gymnasium Untergriesbach und begann anschließend sein duales Studium in Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Mannheim. Seit 2018 beschäftigt er sich mit dem Aktienmarkt und schreibt regelmäßig Artikel zu Finanzthemen und dem Frugalismus.

2 Gedanken zu „Moral beim Geld verdienen“

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