Duales Studium – der Boost für den Vermögensaufbau?

Finanzielle und allgemeine Aspekte zum dualen Studium

Heute sind wir ein bisschen Off-Topic unterwegs. Besonders die jüngeren Leser (oder gar Schulabgänger) dürfte es dennoch besonders interessieren. Welche sind die Vor- und Nachteile eines dualen Studiums? In diesem Beitrag möchte ich euch meine (bisherigen) Erfahrungen weitergeben und evtl. die Entscheidungsfindung erleichtern. Ich beginne mit einer kurzen Einleitung, werde anschließend die allgemeinen positiven, dann die negativen Aspekte erläutern und zum Schluss die finanziellen Besonderheiten sowie mein Fazit anbringen.

Im Oktober 2018 habe ich mein Studium im Wirtschaftsingenieurwesen an einer DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg) begonnen. Stehe jetzt kurz vorm Abschluss meines 4. Theoriesemesters. Die DHBW war ja quasi der „Gründervater“ des dualen Studiums und hat dementsprechend schon lange Erfahrung mit diesem Modell. Zudem studieren ausschließlich „Dualos“ in diesen Einrichtungen.

Der wichtigste, positive Aspekt ist wie immer die frühe Übernahme von Eigenverantwortung. In vielen Fällen muss man direkt nach dem Abitur (je nachdem) das gelobte Zuhause verlassen und sich von nun an selbst organisieren. Man lernt sehr schnell, auf eigenen Füßen zu stehen. Der eigene Haushalt muss funktionieren und Termine organisieren sich nicht von selbst. All diese Erfahrungen sorgen dafür, dass man schnell selbstständig wird und letztendlich die persönlichen Eigenschaften sehr stark davon profitieren.

 

 

Ein weiterer positiver Punkt ist, dass ein Unternehmen dahinter steht und gemeinsam mit der Hochschule einen exakten Zeitplan für dein Studium „schmiedet“. Du profitierst davon, dass du dein Studium in 3 Jahren abschließen „musst“, sodass man erst gar nicht in die Versuchung kommt, das Studium zu „strecken“. Es gibt klare Vorgaben, welche man erfüllen muss. Diese Eingrenzungen kommen dir aber nur zu Gute, da du gut planen und deine 3 Jahre strukturieren kannst. Des Weiteren hat natürlich sowohl dein Unternehmen als auch die Hochschule Interesse daran, dass du dein Studium erfolgreich absolvierst. Du wirst dich also auf eine gute Betreuung freuen dürfen.

Die theoretische Tiefe kann ich nur schwer bzw. gar nicht mit anderen Hochschulen/Unis vergleichen. Es wird aber mit hoher Sicherheit Abstriche geben müssen, da ein Semester inkl. Klausuren maximal drei Monate dauert. An einer „normalen“ Uni/Hochschule darf man da mindestens ein bis zwei Monate länger sitzen. Auch wenn die Theoriephasen an der DHBW gut mit Vorlesungen vollgepackt sind, dürfte aber trotzdem eine theoretische Lücke bleiben.

Nun zu dem größten negativen Punkt. Man hat definitiv weniger Freizeit – dieser Punkt hat ja bekanntlich Schmerzpotential bei vielen zukünftigen Studierenden. Doch ist das wirklich so ein großer Negativpunkt? Klar, man hat weniger Freizeit und bei drei verschiedenen Hobbys muss wahrscheinlich eins weichen. Es ist aber eher eine Ausnahme, dass man wirklich zu wenig Zeit hat. Meistens ist es doch so, dass wir unsere Zeit sowieso nicht nutzen und nur rumsitzen. Ich denke, dass dies auf die überwältigende Mehrheit zutrifft. Aus diesen Gründen würde ich behaupten, dass ein duales Studium vor allem eine effiziente Angelegenheit ist. Man nutzt seine Zeit sinnvoll, um persönlich und fachlich zu wachsen. Und fachlich nur das, was man wirklich braucht.

 

Man könnte diese Aufzählungen natürlich noch um einige Punkte auf beiden Seiten erweitern. Die genannten sind jedoch die Hauptpunkte. Wenn du aber geplant hast, selbst ein duales Studium zu absolvieren, kannst du mich gerne für Fragen kontaktieren.

Zu guter Letzt noch: die finanziellen Vorteile! Natürlich hat man auf der anderen Seite auch höhere Ausgaben, da (in vielen Fällen) eine Wohnung und ein eigenes Auto Pflicht ist. Diese Mehrkosten werden aber durch das regelmäßige Gehalt kompensiert. Darüber hinaus bleibt in sehr vielen Fällen am Ende des Monats sogar noch etwas übrig. Diese Differenz kann man getrost investieren und kann damit schon direkt nach der Schule mit seinem Vermögensaufbau beginnen. Was diese drei Jahre für den Zinseszins bedeuten, brauche ich dir ja nicht zu erzählen.

Von mir also eine ganz klare Empfehlung für das duale Studium. Man muss das Gesamtbild betrachten – und das ist wirklich mehr als positiv. Auch wenn es in manchen Fällen stressig werden kann und einem teilweise viel abverlangt wird, ist es aber für deine berufliche und vor allem persönliche Stärke ein großer Schritt in die richtige Richtung.

 

Autor: Jonas Rosenberger

Jonas Rosenberger ist 2000 in Passau geboren. Er besuchte das Gymnasium Untergriesbach und begann anschließend sein duales Studium in Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Mannheim. Seit 2018 beschäftigt er sich mit dem Aktienmarkt und schreibt regelmäßig Artikel zu Finanzthemen und dem Frugalismus.

3 Gedanken zu „Duales Studium – der Boost für den Vermögensaufbau?“

  1. Ein weiterer Nachteil des dualen Studium ist die Bindung an eine Fachrichtung, an der normalen Hochschule/Uni werden in manchen Studiengängen 2 Schwerpunkte für einen Bachelor benötigt.
    Desweiteren muss man sich für die 3 Jahre (und meistens darüber hinaus) an ein Unternehmen binden, während bei einem normalen Studium im Vertiefungsstudium (in der Regel ab dem 3. bzw. 4. Semester) über Werksstudentjobs mehrere Unternehmen und Branchen ausprobiert werden können.

  2. Bei welchem Unternehmen machst du denn? 🙂
    Bin ebenfalls W.Ing, aber schon seit ein paar Jahren fertig.
    Seit dem hab ich wenig Ausgegeben und viel Investiert – vielleicht ja ganz interessant für dich (da paralellen)
    LG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.