Steuer ist verlorenes Geld?

Sind Steuern wirklich so schlecht, wie alle behaupten? Eine andere Meinung zu den unfreiwilligen Abgaben

Alleine beim Ausspruch des Wortes „Steuern“ läuft es manchen schon kalt den Rücken runter. Doch ist die unfreiwillige Abgabe wirklich so feindlich, wie man immer hört?

Es liegt in der Natur des Deutschen, dass er sich zu jeder Zeit über alles und jeden aufregt und sich mit alles und jedem vergleicht. In seiner Not macht er sich sein Leben unnötig schwer und denkt keine Sekunde seines Daseins daran, sich über die positiven Dinge zu freuen und einfach mal dankbar zu sein.

So ist es auch bei den Steuern: sie gelten als erzwungene Enteignung des/r Privatmannes/frau. Für jede noch so kleine Einnahme will der Fiskus seinen Anteil und ergaunert sich so den letzten Groschen aus der Tasche des Bürgers. Hier bleibt auch der Investor nicht verschont und muss schön die Abgeltungssteuer auf erzielte Aktiengewinne (+Finanztransaktionssteuer?!) an das Finanzamt abführen. Es kommt gefühlt jeden Monat eine neue Steuer mit einem noch abgefahreneren Namen hinzu. Und für was das Ganze? Beamte, Steuerverschwendungen (BER, Stuttgart 21, Maut… um nur ein paar zu nennen) und natürlich die „Neuen“, die einem obendrein noch den Job wegnehmen (oder ist das schon sowas von 2018?).

Man muss selbstverständlich klarstellen, dass es in der Vergangenheit viele Fehlentscheidungen gab, gibt, und auch in Zukunft geben wird. Dies ist aber ein Phänomen, welches keinem Land der Erde erspart bleibt. In dem einen mehr, in dem anderen weniger. Entscheidungen für wichtige zukünftige Themen kommen auf Bundesebene zu spät und man „verschläft“ teilweise den Wandel – auch das ist berechtigte Kritik. Insgesamt traue ich mich aber zu sagen, dass wir in Deutschland mit unserer Situation glücklich sein können. Man muss sich nur mal kurz ins Gedächtnis rufen, was durch Steuern ermöglicht wird: Öffentliche Einrichtungen, Bildungssystem, öffentliche Sicherheit, Verwaltung, Schutz vor Außeneinfluss, Unterstützung der Armen, Kranken, Benachteiligten und Arbeitslosen, Straßen/Autobahnen, Subventionen, die gesamte Infrastruktur und vieles, vieles mehr… kurz gesagt: der Staat stellt uns eine Lebensgrundlage zur Verfügung.

 

 

Hier gibt es natürlich teils große regionale Unterschiede – es wird das Gesamtpaket betrachtet. Man muss diese Sachen auch in den internationalen Vergleich stellen. Wie oft hat man sich schon im Urlaub gedacht: ich bin froh, dass XY in Deutschland gut geregelt ist. Man muss sich deswegen keine Sorgen über YZ machen.

Angesichts der präsenten, scheinbar negativen Auswirkungen von Steuern auf unsere geldtechnischen Möglichkeiten sollen wir aber zumindest auch mal kurz daran denken, was uns und unseren Mitmenschen dadurch ermöglicht/erspart wird/bleibt. Seht es als Dienst an der/n Gesellschaft/Mitmenschen. Vielleicht entwickelt der ein oder andere einen neuen Blick auf das Ganze. Einfach mal dankbar sein – eine Abwehrhaltung senkt die Steuern ohnehin nicht und bringt nur unnötig schlechte Laune.

 

Autor: Jonas Rosenberger

Jonas Rosenberger ist 2000 in Passau geboren. Er besuchte das Gymnasium Untergriesbach und begann anschließend sein duales Studium in Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Mannheim. Seit 2018 beschäftigt er sich mit dem Aktienmarkt und schreibt regelmäßig Artikel zu Finanzthemen und dem Frugalismus.

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