Kostenoptimierung bei regelmäßigen Aktien/ETF-Käufen

Wie die Gebühren des Brokers über Erfolg und Misserfolg deines Investierens mitentscheiden können

Als Neuanleger auf dem Aktienmarkt wird man gnadenlos von Angeboten der großen Broker gelockt – es werden allzeit günstige Konditionen versprochen. In diesem Brokerdschungel fällt es einem schwer, den Überblick über Pros und Cons zu halten.

Neben vielen weiteren Bewertungskriterien sind jedoch die zu erwartenden Kosten ein extrem wichtiger Parameter bei der Entscheidungsfindung. Hier hängt es vor allem von der eigenen Strategie ab, mit welchem Partner man am günstigsten fährt. Kauft man regelmäßig oder (nur) monatlich (vll. per Sparplan)? Möchte man sich auf Einzelaktien/Dividendentitel stützen oder mit ETFs den Gesamtmarkt schnell und einfach ins Depot holen? Letztendlich gibt es kein Nonplusultra und dementsprechend muss man sich selbst einen Überblick verschaffen. Im Internet gibt es dazu bereits viele Vergleiche einiger Broker. Man muss nur verifizieren, dass es sich im spezifischen Fall auch um die wirklich aktuellen Konditionen des Brokers handelt.

 

 

Auch wenn die regelmäßigen Gebühren in absoluten Zahlen und Prozentsätzen relativ gering erscheinen, haben kleine Unterschiede langfristig extreme Auswirkungen. Auch ich habe darauf schnell reagiert, als onVista die kostenlosen ETF-Sparpläne abgeschafft und 1€ Gebühr pro Ausführung eingeführt hat. Vor meinen Maßnahmen betrugen die Gebühren dann ca. 1% der monatlichen Sparplansumme. Nach der Konzentration der Summen auf weniger ETFs, wobei ich Diversifikationsnachteile (fast) komplett verhindern konnte, erreiche ich nun einen Wert von 0,25% Gebühren pro Monat. Sieht die eigene Strategie monatliche Käufe (kein Sparplan) von Einzelaktien vor, so spielt die Höhe der Ordergebühren eine noch bedeutendere Rolle. Je nach Broker variieren die Gebühren für Aktienkäufe zwischen 1€ und ca. 20€ – die langfristigen negativen Folgen können dadurch ganz neue Sphären erreichen.

 

Gedankenanstoß: Max möchte monatlich 50€ per Sparplan in einen MSCI World investieren. Ihm fällt jedoch die Entscheidung zwischen zwei Brokern nicht leicht und kann die jeweiligen negativen Folgen der Gebühren nicht abschätzen: Broker A verlangt pro Sparplanausführung 1€ Gebühr. Max kann also nur 49€ monatlich investieren. Broker B verlangt 1% der Sparplansumme – im Falle von Max also 50ct.

Nach 30 Jahren, in denen Max fleißig jeden Monat seine 50€ investiert hat, kommen wir zu folgendem Ergebnis (bei 7% gemittelter Rendite):

  • Bei Broker A haben die Gebühren insgesamt 1.176,51€ seiner Rendite „gefressen“.
  • Bei Broker B nur die Hälfte, also 588,25€.

Seinen Freund Moritz verfolgt das Glück – er gewinnt täglich auf unerklärliche Weise ein neues iPhone in Online-Gewinnspielen, obwohl er gar nicht teilgenommen hat. Moritz kann aufgrund diesen glücklichen Umstands jeden Monat 1.000€ investieren. Nach 30 Jahren bei 7% gemittelter Rendite staunt Moritz über folgende Zahlen in seinem Depot (bzw. eben nicht):

  • Bei Broker A bleiben die Gebühren (trotz der hohen Anlage) unverändert -> 1.176,51€
  • Bei Broker B darf er satte 11.765,09€ auf der Strecke lassen (obwohl er in Summe „nur“ 3.600€ monatliche Gebühren gezahlt hat).

Dieses Beispiel zeigt uns, dass vor allem bei größer werdenden Sparsummen die eigentlich kleinen Gebührenunterschiede enorme Auswirkungen auf unsere Rendite haben. Wenn man also langfristig sein Geld anlegen möchte, sollte man schon zu Beginn (auch wenn die Summen noch nicht so hoch sind) einen passenden Broker auswählen. Hier soll höchste Vorsicht geboten sein – denn es gibt Anbieter, welche 1,5% (und mehr!) Gebühren pro Sparplan verlangen. Dann dürfte Moritz nämlich schon 17.647,64€ und somit einem (wenn auch zugegebenermaßen etwas schäbigem) neuen Auto nachtrauern.

 

Autor: Jonas Rosenberger

Jonas Rosenberger ist 2000 in Passau geboren. Er besuchte das Gymnasium Untergriesbach und begann anschließend sein duales Studium in Wirtschaftsingenieurwesen an der DHBW Mannheim. Seit 2018 beschäftigt er sich mit dem Aktienmarkt und schreibt regelmäßig Artikel zu Finanzthemen und dem Frugalismus.

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